Wir lassen uns nicht verwirren
Ich werde das Bild eines Präsidenten nicht los, der in Amerika im Weissen Haus auf dem Sofa sitzt und mit dem Handy spielt, um die Welt zu erschrecken, während seine Getreuen, den amerikanischen Staat umbauen, um die Macht der Republikaner auf Dauer zu sichern. Worauf kommt es jetzt an, wurde ich gefragt. Darauf, sich nicht von der Show, die vorne auf der Politbühne läuft, verwirren und ablenken zu lassen. Der Buddha empfahl vor 2500 Jahren edle Sinneskontrolle und tiefe Einsicht zu praktizieren. Was sehen wir dann? Der Präsident bedient das Image, für das er gewählt wurde. Das verschafft kurzzeitig denen Befriedigung, die ihre Hoffnungen -koste es was es wolle- auf einen Machtwechsel setzten. Gleichzeitig scheint die Herausforderung eines tiefgreifenden Wandels unserer Werte und unserer zerstörerischen Formen des Wirtschaftens vom Tisch zu sein. Wie bei einem Tennismatch schaut die Welt aufs Spielfeld. Das Getöse bindet die Aufmerksamkeit und beschäftigt auch emotional: wie kann man sich nur so unangemessen verhalten? Und wie sehr muss man sich fürchten, wenn ein solcher Mensch, soviel Macht hat? Die Ablenkung wirkt perfekt. Bei dem einen wird Bewunderung getriggert, bei dem anderen Abscheu. Der verblendete Geist ist im Dafür und Dagegen gebunden und abgeschnitten von tieferer Einsicht. Genau darauf zielt Machtpolitik ab, durch Angst und Ohnmacht Spaltung in der Gesellschaft zu erzeugen. Wenn man die Augen aufmacht, ist Machtpolitik gar nicht so unberechenbar. Aber wenn man infolgedessen meinen würde, ethisches Verhalten sei nun sowieso egal, ist man ihr zum Opfer gefallen.
In Wahrheit ist gar nichts vom Tisch. Wir müssen es nach wie vor selber tun und uns nicht für dumm verkaufen lassen. Wir sind aufgefordert, das Haften an unseren Illusionen loszulassen, nämlich: dass wir die Sorge um ein gutes Leben für alle, für Mensch und Natur, an die Mächtigen dieser Welt abgeben könnten. Sie werden die Basis ihrer Macht nicht freiwillig abbauen.